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SOLIDARITÄT !! ...von C.-W. Holzapfel ( 17. Juni 1953 e.V.)


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Solidarität der Opfer beider Diktaturen eingefordert

Vereinigung: Kampf um Rehabilitation eine ?Schande für den Rechtsstaat?

cw ? Auf der am 16.05.2007 durchgeführten SED-Opfer-Demonstration zum Berliner ?Konrad-Adenauer-Haus? der CDU sprach als erster Redner der Vorsitzende der Vereinigung 17.Juni 1953 zu den Teilnehmern. Wir dokumentieren (www.17juni1953.de "Presse") folgend den Wortlaut der mit viel Beifall aufgenommenen Rede:

(Es gilt das gesprochene Wort)

"In diesen Minuten gedenken wir all der Opfer des braunen Sozialismus, denen für ihr brutal erlittenes Leiden eine Anerkennung und Würdigung ihres leidvollen Weges durch zwölf Jahre bitterer deutscher Geschichte widerfahren ist.

Und wir fordern diese ?Kameraden im Leid? von hier und heute auf: Solidarisiert Euch mit den Opfern des roten Sozialismus. Sagt den Verantwortlichen in diesem Land, das es keine Unterscheidung zwischen ?guten? und ?bösen? Verbrechen gibt! Beenden wir endlich und einmütig die quälende und demütigende Teilung der Opfer, ihre Klassifizierung in Opfer 1., 2. und 3.Klasse!

Wir, die Opfer des braunen und roten Sozialismus, haben in dunklen Zeiten unseres Volkes die Banner der Menschenwürde, der Freiheit und der Menschenrechte hoch gehalten! Und wir, die Opfer des roten Sozialismus, haben Eure Botschaft, die der Opfer des braunen Sozialismus von 1945 aufgenommen, haben dafür gestritten, unseren Kopf hingehalten: Nie wieder!

Und für dieses ?Nie wieder? stehen wir auch heute ein, vermitteln als lebende Zeitzeugen den nachgeborenen Generationen: Es lohnt sich, für Ethik, Moral, für Menschenrechte, für Freiheit und Einheit, gegen jedwede Diktatur der Unterdrückung freier Meinung, der Knebelung Andersdenkender, der Vernichtung angeblicher Feinde einer Rasse oder Staats-Doktrin zu kämpfen!

Aber wir bekennen auch, dass unser Bekenntnis zu diesen Werten auch erste Risse bekommt. Warum? Weil wir jetzt erleben und durchleiden müssen, was die Opfer des braunen Sozialismus nach 1945 durchleben und erleiden mussten, ehe die Politik ein Einsehen hatte:

Wie die Verbrecher, Schreibtischtäter und Ordnungsmenschen der Diktatur, beamtet oder im öffentlichen Dienst, nicht nur wieder die Schaltpositionen besetzten, sondern entsprechend großzügig alimentiert wurden, während die Opfer um ihre Rehabilitation mühsam, weil erschöpft durch die Repressalien durchlittener Diktatur, kämpfen mussten.

Das, liebe Freunde, ist eine Schande für einen freiheitlichen Rechtsstaat! Das ist das falsche Signal für künftige Generationen! Und es widerspricht dem hohen Anspruch jener Frauen und Männer, die diesem Land einst im Schatten des Zusammenbruchs und der dadurch möglichen Wiederauferstehung eine hehre Verfassung gaben, die den Forderungen nach Einigkeit und Recht und Freiheit gewidmet waren und damit das Credo des ?Nie Wieder? festschrieben.

Konrad Adenauer, dessen Namen dieses Haus trägt, vor dem wir stehen, Konrad Adenauer war sein Leben lang den Opfern des braunen und roten Sozialismus verbunden, er war sich der Verpflichtung gegenüber diesen Menschen bewusst. Und er würde sich heute im Grabe umdrehen, wenn er die widersprüchlichen und beschämenden Bekundungen aus diesem Haus

wahrnehmen müsste, das Gefeilsche um jeden Euro für die Opfer des roten Sozialismus, die beschämenden und beleidigenden wechselnden Äußerungen zu einer ?Ehrung von Haltung und Anstand?, je nach jeweiliger Situation: In der Opposition große Worte und Versprechungen, in der Regierungsverantwortung das Gefeilsche um Euro, Punkt und Komma, wie auf dem Basar!

Liebe Freunde im Widerstand: Wir brauchen keine Almosen, keine Beleidigung durch die Aufstockung von Sozialleistungen. Wir erwarten nichts anderes, als die Würdigung, die öffentliche Anerkennung unseres Einsatzes gegen den roten Sozialismus, gegen jedwede Diktatur! Und wir erwarten die selbstverständliche Gleichstellung mit unseren Kameraden, die gegen den braunen Sozialismus Widerstand geleistet haben oder dessen Opfer geworden sind.

Mehr nicht! Aber auch nicht weniger!"

Berlin, 16.Mai 2007, 11.30 Uhr vor dem Konrad-Adenauer-Haus der CDU

Carl-Wolfgang Holzapfel, Vors. Vereinigung 17.Juni 1953 e.V.