WiROZ

ZOV

OEZB

Schwarzbuch

Thüringische Landeszeitung -- 26.04.2010


| | |
*"Das war ein großes Unrecht"

Zwangskollektivierung vor 50 Jahren

Kyritz/Quedlinburg (ddp/tlz) 50 Jahre nach der Zwangskollektivierung der
Landwirtschaft in der DDR ist im nordbrandenburgischen Kyritz eine
Bronzetafel zur Erinnerung an die betroffenen Bauern eingeweiht worden.
Vertreter des Deutschen Bauernbundes (DBB) enthüllten den zwei Meter hohen
Stein und eine Bronzetafel als Erinnerung an die 400.000 zwangsweise
eingegliederten Bauern.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer nannte die
Zwangskollektivierung ein "großes Unrecht". Sie als "sozialistischen
Frühling" zu bezeichnen, sei "zynischer Euphemismus". Böhmer erinnerte an
die etwa 200 Bauern, die dem Druck nicht standhielten und Selbstmord
begingen, an die etwa 15.500 Landwirte, die in die Bundesrepublik
flüchteten, und an die vor Gericht angeklagten Bauern. Es fanden etwa 8000
Schauprozesse statt. Böhmer: "Dieser Opfer gedenken wir heute zuerst und
besonders."

Im Rahmen der von den SED-Machthabern so genannten Aktion "sozialistischer
Frühling" wurden 1960 innerhalb von drei Monaten etwa 400.000 Landwirte in
Produktionsgenossenschaften gezwungen. I