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Schwarzbuch

Ein Brief nach der ersten Ansicht des Filmes „Phantomschmerz Heimat“ von Heinz Devrient


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Sehr geehrter Herr Graf v. Schwerin,

ich schreibe Ihnen diesen Brief spontan nach der ersten Ansicht des Filmes „Phantomschmerz Heimat", auf dem heute in den ARE-Kurzinformationen Nr. 344 hingewiesen wurde.

Zuerst einmal möchte Ihnen und dem ganzen Team beglückwünschen und danken.

Der Film mit den ausgewählten Problembeispielen, die exemplarisch für unzählige andere Betroffene ausgewählt wurden, ist ein Zeitdokument von außerordentlichem Wert.

Der Film hat mich traurig und wütend gemacht darüber, dass in unserem „Rechtsstaat" sich so etwas in den letzten 30 Jahren ereignet, entwickelt und gehalten hat.

Er reißt bei mir als einer der unzähligen Opfer wieder Wunden auf, erweckt einerseits Hoffnung, dass noch nicht alles vergessen und verloren ist, und zerstört andererseits noch vorhandene Illusionen, dass sich noch etwas ändern oder bessern könnte.

Wie wichtig und nötig Aufklärung und stetige Erinnerung an Unrecht in diesem Staat ist, zeigen die Äußerungen des Bürgermeisters von Ziethen (Werner Schmoldt), der zwar zugibt, nichts zu wissen, aber alles für normal und richtig hält. Er glaubt, dass Alteigentümer entschädigt wurden und alles bestens geregelt wurde.

Über den Titel des Filmes haben Sie und das Team sicher ausgiebig diskutiert, aber für mich ist der auch von vielen anderen empfundene Schmerz über verloren Heimat real und kein „Phantom-schmerz", denn die Heimat ist ja noch da.

Ich wünsche Ihnen, werter Herr Graf v. Schwerin, weiterhin stabile Gesundheit und hoffe, dass unsere gemeinsame Sache nie vergessen wird und sich auch in Zukunft Leute wie Sie sich finden, die die Erinnerungen an das Unrecht wach halten und für Recht kämpfen.  

 

Mit freundlichen Grüßen      

Heinz Devrient