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Schwarzbuch

Selbst ausserhalb Deutschlands sind die negativen deutschen Regierungseinflüsse aufgefallen


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Beim Gericht Erster Instanz in Strasburg gab es ein einstimmiges rechtskonformes Urteil ,.das der deutshen Regierung nicht gefallen hat.-Nach der Anrufung der Großen ( der politischen )Kammer des EGMR durch die BRD , ist plötzlich einer Mehrheit der Kammer die Rechtskundigkeit abhanden gekommen.  Dies kann man ablesen an den deutlichen Voten der sechs Fachjuristen am 30.06.05.

Zur Erinnerung:....

Ab­wei­chen­de Vo­ten der 6 Rich­ter (Zi­ta­te) zur Entscheidung vom 30.06.2005


- Rich­ter Pav­lov­schi (Mol­da­vien)

Zu Be­ginn der 90-er Jah­re ha­ben es ei­ni­ge post-kom­mu­nis­ti­sche Staa­ten un­ter­nom­men, ihr po­li­ti­sches und wirt­schaft­li­ches Sys­tem zu trans­for­mie­ren, doch kei­ner von ih­nen ge­brauch­te die­sen schmerz­haf­ten Pro­zess zur Recht­fer­ti­gung der Ent­eig­nung seiner Bür­ger. Im Ge­gen­teil sie pri­va­ti­sier­ten staat­li­ches Ei­gen­tum. Vie­le, die un­ter ei­nem to­ta­li­tä­ren Re­gi­me nicht ein­mal von Pri­vat­ei­gen­tum träu­men konn­ten, wur­den Ei­gen­tü­mer. Im Lich­te all die­ser Er­fah­run­gen er­scheinen die Er­klä­rungs­ver­su­che für die Ent­eig­nung tau­sen­der deut­scher Bür­ger in der Not­wen­dig­keit ".. die kom­mu­nis­ti­sche Ei­gen­tums­la­ge in ein markt­wirt­schaft­li­ches Sys­tem um­zu­wan­deln", denk­bar merk­wür­dig.“

- Wie die Bf. sind 50.000 an­de­re Men­schen in der glei­chen Si­tua­ti­on. Es miß­lingt mir, in der Ent­zie­hung des Ei­gen­tums in die­ser gro­ßen An­zahl von deut­schen Bür­gern ir­gend­wel­che "öf­fent­li­chen In­te­res­sen" zu se­hen.

- Mei­ner Ansicht nach be­deu­tet das Wort "Ba­lan­ce" die be­son­de­ren In­te­res­sen bei­der be­tei­lig­ten Par­tei­en zu be­trach­ten, hier al­so die In­te­res­sen des deut­schen Staa­tes und die In­te­res­sen der Lan­dei­gen­tü­mer. Tat­säch­lich sind die In­te­res­sen des Staa­tes her­vor­ra­gend berück­sich­tigt wor­den durch den Überg­ang des frag­li­chen Lan­des in das Ei­gen­tum des Staa­tes. Aber wie wur­den die In­te­res­sen der Ei­gen­tü­mer be­ach­tet? Die Ant­wort ist klar: über­haupt nicht. Wenn ei­ne Par­tei al­les be­kommt und die an­de­re nichts, über wel­che Ba­lan­ce sprechen wir dann? Wo­raus be­steht die "Fair­ness" die­ser "Ba­lan­ce" in die­sem Fall? Die Ant­wort ist wie­de­rum ganz klar: kein Ele­ment von Fair­ness und Ba­lan­ce wur­de in die­sem Fall be­rück­sich­tigt. Ich wür­de die­sen Akt als "ei­ne un­fai­re Miss­ba­lan­ce" be­zeich­nen.

Es ist sehr schwie­rig, ei­ne Si­tua­ti­on nach­zu­voll­zie­hen, in der ein Staat will­kür­lich ein Ge­setz zu sei­nen ei­ge­nen Gunsten und zum Nach­teil seiner ei­ge­nen Be­völ­ke­rung än­dert und die­se Leis­tung als das Er­geb­nis "au­ßer­ge­wöhn­li­cher Um­stän­de" be­zeich­net.

- Der Staat hat­te das In­te­res­se, Land zu ge­win­nen....Die Ent­eig­nung war in die­sem Fall ein­deu­tig ein kon­fis­ka­to­ri­sche Maß­nah­me, aber Kon­fis­ka­ti­on ist ei­ne Art von Stra­fe,..., die ei­ne Art von Schuld im­pli­ziert, wel­che hier von der ver­ant­wort­lichen Re­gie­rung nicht ein­mal be­haup­tet wird.

- Richter Cos­ta (Frankreich), Bor­re­go Bor­re­go (Spa­ni­en), Ress (BRD), Bo­tou­cha­ro­va (Bul­ga­ri­en)

 

- Da­s Mo­drow-Gesetz ist das Er­geb­nis von Ver­hand­lun­gen. ...Das Ge­setz wur­de so­gar mit dem Tag des Bei­tritts über den Ein­i­gungs­ve­rtrag ein Be­stand­teil der Ge­set­ze des wie­der­ve­rei­nig­ten Deutsch­lands.

Des­halb stim­men wir nicht zu, dass es sich um ei­nen Zu­falls­ge­winn han­delt ...Die­ses Wort wurde erst­mals im Fall Ja­mes / Uni­ted King­dom ver­wen­det und gleich­zei­tig wur­de das Prin­zip der Kom­pen­sa­ti­on fest­ge­legt. Es ist be­zeich­nend, dass der frü­he­re Kö­nig von Griechenland, der sei­ne Kro­ne nach dem Fall der Mi­li­tär­dik­ta­tur ver­lor, durch un­se­ren Ge­richts­hof so­fort ei­ne Kom­pen­sa­ti­on zu­ge­spro­chen er­hielt, wäh­rend die Bf. hier nichts er­hal­ten. Lie­gen hier et­wa zwei ver­schie­de­ne Ka­te­go­ri­en von "au­ßer­ge­wöhn­li­chen Um­stän­den" vor?

- Dass sie Land erb­ten, aber nicht mehr in der Land­wirtsch­aft ar­bei­te­ten, mag die Ent­eig­nung recht­fer­ti­gen (ob­wohl sie in gu­tem Glau­ben han­del­ten und Ver­trau­en in das Ge­setz hat­ten), aber oh­ne Kom­pen­sa­ti­on?

- Rich­ter Ress (Deutsch­land)

- Die Bf. ha­ben das Ei­gen­tum nicht il­le­gal er­wor­ben, son­dern le­gal auf­grund des Ge­set­zes vom 06.03.1990. ... Es liegt auch kei­ne Re­ge­lungs­lü­cke vor. An­dern­falls wä­re es mög­lich, in je­dem Ge­setz sol­che Lü­cken zu fin­den, wenn das Er­geb­nis nicht zu­frie­dens­tel­lend er­scheint. Na­tür­lich kann die Ge­setz­ge­bung sol­che Er­geb­nis­se kor­ri­gie­ren, aber da­bei muss sie die­je­ni­gen Rech­te be­ach­ten, die sie ge­schaf­fen hat. Die Ei­gen­tü­mer konn­ten ih­re Rech­te über 2 Jah­re in gu­tem Glau­ben aus­üben. ..Da­her hat­ten sie we­nigs­tens ei­ne be­rech­tig­te Er­war­tung auf ei­ne Kom­pen­sa­ti­on.

- Die Wieder­ve­rei­ni­gung Deutsch­lands ist nicht "ein­zig­ar­ti­ger" als die Auf­lö­sung von Ju­gos­la­wi­en und der UdSSR oder der Re­gi­me­wech­sel in an­de­ren Län­dern nach dem Mau­er­fall.Wenn ein Staat wie die BRD aber an die Kon­ven­ti­on ge­bun­den ist, dann kön­nen sol­che Er­eig­nis­se nicht ge­ne­rell ei­ne un­kla­re In­ter­pre­ta­ti­on oder we­ni­ger strik­te An­wen­dung der Kon­ven­ti­on recht­fer­ti­gen. ... Wenn der Ge­richts­hof ak­zep­tiert, dass es au­ßer­ge­wöhn­li­che Um­stän­de gibt, die Ein­grif­fe des Staa­tes in die In­di­vi­dual­rech­te recht­fer­ti­gen kön­nen, dann ist das ein staats­o­rien­tier­tes Kon­zept, das weit weg ist vom Kon­zept des Schut­zes der Men­schen­rech­te.

... Wenn ein Ver­such zur Ge­ne­ra­li­sie­rung der au­ßer­ge­wöhn­li­chen Um­stän­de ge­macht wird, dann wird der Ge­richts­hof sei­nen Sta­tus als Or­gan der Ge­rech­tig­keit ver­lie­ren....Ist der Kampf ge­gen Ter­ro­ris­mus auch ein au­ßer­ge­wöhn­li­cher Um­stand? Recht­fer­tigt ei­ne sol­che Si­tua­ti­on den Ein­griff in Men­schen­rech­te mit dem Er­geb­nis, dass die­ser nicht län­ger ei­ne Rechtsver­let­zung ist?

- Dass ein Ge­setz Un­ge­rech­tig­keit schafft, ist nichts Au­ßer­ge­wöhn­li­ches. Aber bei der Kor­rek­tur müs­sen die Men­schen­rech­te be­ach­tet wer­den.

- Ei­ner der gro­ßen Feh­ler des Ge­richts­ho­fes war, auf das Ge­setz der DDR ab­zu­stel­len, das na­tür­lich nicht an die Kon­ven­ti­on ge­bun­den war. Der Aus­gangs­punkt hät­te der Ei­ni­gungs­ver­trag sein müs­sen, der das Mo­drow-Ge­setz en­thielt.

- Im vor­lie­gen­den Fall hat­te die Re­gie­rung nicht den Schutz der Eigentumsrech­te vor Au­gen, son­dern im Gegenteil dach­te er an ei­ne Lö­sung, die ihm selbst den größ­ten Vor­teil brachte, nämlich die An­eig­nung frem­den Ei­gen­tums.

- Wenn der Ge­richts­hof jetzt sagt, dass ei­ne Ent­eig­nung ver­hält­nis­mä­ßig ist, weil der Staat ei­nen Irr­tum kor­ri­gie­ren woll­te, ...und wenn er ak­zep­tiert, dass es Grün­de für ei­nen Staat gibt, die Men­schen­rech­te zu miss­ach­ten (gleich ob er sie au­ßer­ge­wöhn­lich nennt oder an­ders), wer will dann noch die Men­schen vor Ein­grif­fen in die­se Rech­te schüt­zen?

mög­li­che Fol­gen des Ur­teils

- Jus­tiz­mi­nis­te­rin Zy­pries reibt sich die Hän­de und spricht von dem end­lich her­ge­stell­ten Rechts­frie­den - wo­rin der lie­gen soll, ver­rät sie da­bei nicht, es gab noch nie mehr

Recht­sun­frie­den als jetzt, der be­stimmt nicht mit dem Ge­winn der nächs­ten Wahl be­lohnt wer­den soll­te

- Wer­den andere (Ei­gen­tums-)Rech­te, die zu DDR-Zei­ten er­wor­ben wur­den, jetzt auch re­vi­diert, z.B. Ei­gen­heim­zu­käu­fe nach Mo­drow-Ge­setz zwi­schen No­vem­ber 1989 und Ok­to­ber 1990?

Der Branden­bur­gi­sche Fi­nanz­mi­nis­ter hat be­reits die Ent­eig­nung wei­te­rer 34.000 Hek­tar Land an­ge­kün­digt - hat der Staat jetzt ei­nen Frei­brief für Ent­eig­nun­gen?

- Wie wer­den die Ent­eig­nun­gen am En­de zu be­han­deln sein? Al­le DDR-Ent­eig­ne­ten er­hal­ten ir­gen­dei­ne noch so klei­ne Aus­gleichs­leis­tung und ausgerechnet die­je­ni­gen, die be­reits zu BRD-Zei­ten Ei­gen­tü­mer wa­ren, er­hal­ten we­der ei­ne Ent­schä­di­gung wie SBZ noch ei­ne Be­hand­lung nach dem Ver­mö­gens­ge­setz mit der Aus­sicht auf Rück­über­tra­gung/Ent­schä­di­gung im Fall staat­li­chen Macht­miss­brauchs? Das kann nicht rich­tig sein, zu­mal die jetzt Be­trof­fe­nen doch den DDR-Ent­eig­ne­ten der Bo­den­re­form gleich­ge­stellt wer­den sol­len.

Ist das jetzt nicht so­wie­so ei­ne wei­tere Form von staat­li­chem Macht­miss­brauch?

- Die Fra­ge wur­de schon mehr­fach ge­stellt: wo bleibt der Volks­auf­stand? Für die Be­trof­fe­nen ist es jetzt si­cher nicht ein­fach, sich noch ein­mal auf­zu­raf­fen, aber es darf nicht der Ein­druck ent­ste­hen, dass nun die Ge­schich­te zu En­de ist - im Ge­gen­teil.

- Z.B. soll­te je­der Be­trof­fe­ne un­ver­züg­lich ei­nen Brief an das Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um schrei­ben, in dem er auf sei­ne Si­tua­ti­on "ver­lo­re­nes Ei­gen­tum - Hart­z IV - (Ne­ben-) Er­werbs­mög­lich­keit - Selbst­ver­sor­gung" hin­weist - viel­leicht ist die­se Ver­bin­dung den Herr­schaf­ten Po­li­ti­kern noch nicht bekannt