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Stoppt drohende Schließung der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus ! / von UOKG


Das Menschenrechtszentrum Cottbus e.V. (MRZ) startet den Aufruf „Stoppt die drohende Schließung der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus!“

 

Seit der Eröffnung der Ge­denkstätte Zuchthaus Cottbus im Jahr 2012 ist ihr Ansehen – der ersten Gedenkstätte in Häftlingshand – weit über die Grenzen von Cottbus und Brandenburg gestiegen. Die Existenz der Gedenkstätte ist allerdings nicht gesichert, weil der Bund sich an der Finanzierung ab 2015 nicht beteiligen wird. Ehemalige Häftlinge sind hier willkommen und fühlen sich wie „zuhause“, wie sie selber sagen. Das Land Brandenburg hat sich bereit erklärt, lediglich 100.000 € im Jahr für drei Personalstellen beizusteuern. Weder die Gedenkstättenleiterin, noch ein Historiker oder ein Buchhalter können davon finanziert werden. Diese Leistungen erfolgen kom­plett ehrenamtlich! Die jährlichen Betriebskosten sind 143.000 €, die zurzeit nur aus Spenden finanziert werden sollen. Wenn der Beitrag des Landes jedoch nicht erhöht wird, droht die Schließung! Deshalb appelliert das Menschenrechtszentrum Cottbus, als Eigentümer und Träger der Gedenkstätte, an die Politiker des Landes Brandenburg, bei den anstehenden Haushaltsberatungen für 2015 die vorgesehene Förderung des MRZ zu erhöhen. „Wie kann eine Gedenkstätte ohne einen Historiker vernünftig arbeiten? Hierbei geht es nicht nur um eine weitere dringend nötige Erforschung der Geschichte des ehemaligen Gefängnisses an der Bautzener Straße, sondern genauso um Zeitzeugengespräche, die Erfassung von Exponaten, das Verfassen von Texten für die Bildungsarbeit und vieles mehr“, konstatiert Sylvia Wähling, die im Rahmen des Festaktes des Landes Brandenburg zum 25. Jahrestag des Mauerfalls für ihre ehrenamtliche Tätigkeit als Gedenkstättenleiterin mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet wurde.

 

Mit dem Appell an die Politiker wird eine Unterschriftenaktion gestartet. Am Schicksal der Gedenkstätte interessierte Bürger sollen mit ihrer Unterschrift an die Brandenburgische Landesregierung appellieren, den geplanten Förderbetrag von 100.000 € ab 2015 zu erhöhen, damit die Existenz der Gedenkstätte gesichert ist. Bildung und die Aufarbeitung der nationalen Geschichte sol­len im Kern staatliche Aufgabe bleiben! Das MRZ bittet um die Verbreitung des Aufrufs an weitere engagierte Personen und Einrichtungen. Alle Unterschriftenlisten sollen an das MRZ zurückgeschickt werden. Sie werden gesammelt und mit Beginn der Haushaltsberatungen der Brandenburgischen Landtagspräsidentin überreicht.

 

Hintergrundinformation:

Das Menschenrechtszentrum Cottbus e. V. (MRZ) gründete sich 2007. Die meisten sei­ner Mitglieder waren politische Gefangene der DDR. Ihr Ziel ist:

„… im Rahmen der Aufarbeitung und der Aufklärung über die Geschichte der bei­den ehemaligen DDR-Haftanstalten in Cottbus einen Beitrag zur Versöhnung zu leisten und in Aufarbeitung der Unrechtsgeschichte dieses Ortes Verständnis und Hilfsbereitschaft für Menschen zu wecken, die in anderen Staaten dieser Welt po­litisch, rassisch oder religiös verfolgt werden“. (Satzungsauszug)

Seit Mai 2011 ist das MRZ Eigentümer des alten Gefängnisses an der Bautzener Straße (22.000 qm). Mithilfe von Bund, Land und Stadt Cottbus sowie privater Spender wurde das Hafthaus 1 saniert. Anliegen der ehemaligen Häftlinge ist es, an das Unrecht aus der Zeit der NS-Terrorherrschaft bzw. der SED-Diktatur zu erinnern und zu mahnen. Ju­gendliche sollen mit kreativen Methoden für die Werte der freiheitlichen und rechts­staatlichen Gesellschaft sensibilisiert werden und Verfolgte auf der Welt heute unter­stützen. Das MRZ genießt parteiübergreifend die Unterstützung der Cottbuser Stadtverordneten­versammlung, der Rathausspitze, der Kirchen und Schulen, was ein wichtiges Zeichen für den Aufarbeitungswillen der eigenen Stadtgeschichte ist.

 

Spenden werden ebenfalls gesammelt und können überwiesen werden unter Menschenrechtszentrum Cottbus e.V., Sparkasse Spree Neiße,

IBAN: DE92180500003000041450, BIC:WELADED1CBN. Jeder Cent wird gebraucht!

Menschenrechtszentrum Cottbus e.V., Bautzener Straße 140, 03050 Cottbus

 

Für weitere Fragen zuständig:

 

Sylvia Wähling

Geschäftsführende Vorsitzende

Menschenrechtszentrum Cottbus e.V.

 

Leiterin der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus

Bautzener Straße 140

03050 Cottbus

Tel: (0355) 290133-0, Durchwahl - 12

Fax: (0355) 290133-33

Funk: 0172-34 74 17 9

sylvia.waehling@menschenrechtszentrum-cottbus.de

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Aufruf - Stoppt die drohende Schließung der Gedenkstä.pdf132.75 KB