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Archiv-Erbensuche : Brief an MP Platzeck von Herrn J. GRUHLE


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Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Platzeck,

mich interessiert die Angelegenheit nur als Historiker, nicht als
persönlich Betroffener. Ich habe mal zu DDR-Zeiten im
"Liegenschaftsdienst" gearbeitet; wo damals Kataster und Grundbuch in
gemeinsamen Dienststellen geführt wurden. Ich kenne also diese
Unterlagen ganz gut (die Regeln zu ihrer Führung galten DDR-zentral).

Und da muss ich mich wundern, dass das Land Brandenburg heute Erben
per Annonce "sucht". Ich möchte Ihnen ein wenig auf die Sprünge
helfen, damit Sie erfahren können, dass das Land Brandenburg über
mehrfache Quellen verfügt (Ihre Beamten wissen das auch), aus denen
man etwas über die Neusiedler erfahren kann:

a) die Grundbücher (sind mittlerweile automatisiert, aber alle im
Original noch vorhanden, in der Abteilung II der Neusiedler ist der so
genannte "Bodenreform-Sperrvermerk" zu finden)

b) die alten Flurbücher (in den Vermessungsämtern trotz Umstellung auf
EDV zu DDR-Zeiten alle noch vorhanden)

c) die so genannten Feldrisse, die vor Ort bei der Aufteilung der
Güter geführt wurden, zum Teil mit den Namen der Neusiedler

d) die Unterlagen der Finanzämter bezüglich der erhobenen Grundsteuern.

Warum will das Land Brandenburg für nicht unerhebliche Kosten Annoncen
schalten, während es über zahlreiche primäre Datenquellen verfügt?
Will man damit eigentlich die Betroffenen an der Nase herumführen?
Dieses Eindrucks kann ich mich nicht erwehren.

Mit freundlichem Gruß

Dipl.-Ing.
Jürgen Gruhle
Am Steinberg 32