P r e s s e s t i m m e n


" Kein Verdacht auf Auftragsmorde der Stasi "

Mü. FRANKFURT, 6. April.:


Generalbundesanwalt Nehm hat das Verfahren gegen einen angeblichen Auftragsmörder des DDR-Staatssicherheitsdienstes eingestellt. Die Ermittlungen waren eingeleitet worden, weil sich der Beschuldigte mehrfach selbst bezichtigt hatte, mehrere Dutzend Menschen umgebracht zu haben. Trotz der Vernehmung zahlreicher Zeugen und intensiver Nachforschungen gab es keinen "hinreichenden Tatverdacht", teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe am Donnerstag mit.
Der damals 53 Jahre alte Jürgen G. war im September 2003 aufgrund eines Haftbefehls des Ermittlungsrichters des Bundesgerichtshofes im Zuge von Berichten über die angeblichen Stasi-Auftragsmorde festgenommen worden. Er stand im dringenden Verdacht, zwischen 1976 und 1987 als Angehöriger eines im Staatsapparat der ehemaligen DDR angesiedelten Kommandos mehrere Personen, die aus Sicht des Regimes Verrat begangen hatten oder zu begehen drohten, getötet zu haben. Leichen waren jedoch nicht gefunden worden. Die Selbstbezichtigungen scheinen zwar aus Sicht der Bundesanwaltschaft nicht aus der Luft gegriffen zu sein, doch reichte die Anhaltspunkte nicht aus, um das Ermittlungsverfahren fortzuführen.