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Klaus Behling: KUNDSCHAFTER A.D. Das Ende der DDR-Spionage Hohenheim-Verlag, 257 Seiten zuzüglich 64 S. Anlagen mit Quellen, Literatur, und Register. Der eigentlich spröde Stoff wird aus der Feder Klaus Behlings nicht nur zu einem geradezu "zeitgeschichtlichen Krimi" - wie der Verlag im Klappentext zutreffend sagt. Das Buch ist eine Informationsquelle ersten Ranges über das Wirken und die trüben und oft sinnlosen, vor allem aber auch die grausigen, menschenverachtenden wie menschenzerstörenden Machenschaften der DDR-Hauptverwaltung Aufklärung (HVA). Die Mentalität der Stasi-Größen à la Wolf und Mielke wird dabei ebenso durchleuchtet wie die Täuschungs- und Unterlagen-Beseitigungs-Aktionen dieser Profis gegenüber westlichen Politikern und naiven Newcomern wie Eppelmann und Markus Meckel. Nach aufflammender Empörung, vor allem in der DDR-Bevölkerung wird das für diesen Zeitpunkt schwer verständliche Stasi-Amnestie-Projekt zwar fallengelassen, entlarvend aber hierzu Schäuble's Komentar: "Es gelang uns, so sehr wir uns auch mühten, nicht, anstelle des Begriffes "Stasi-Amnestie" eine andere Kurzbezeichnung für das Gesetzesvorhaben im öffentlichen Sprachgebrauch durchzusetzen". Also: An der Vermittelbarkeit für's Volk scheiterte offenbar die sonderbare "DDR-Aufarbeitung" im Sinne Schäubles... Daß in der Wirklichkeit der "Krieg an der unsichtbaren Front" über die russischen KGB-Strukturen bis heute und bestimmt darüber hinaus weitergehen dürfte, wie Behling resumierend feststellt, kann eigentlich niemandem gleichgültig sein. Auch auf diesen Umstand und auf die fortwirkenden diversifizierten Strukturen der gescheiterten Diktatur und ihre Abscheulichkeiten in engagierter wie sachlich überzeugender Weise aufmerksam gemacht zu haben, ist das überragende Verdienst dieses wichtigen und interessanten neuen Beitrags zum Verständnis der jüngsten Geschichte. nach oben |