A u t o r e n b e i t r ä g e


" Aufklärung im Stasiknast "

Zu o.g. Artikel in der WAMS schrieb Herr Siegfried Reiprich den nachstehendden Leserbrief:


Leserbrief an die "Welt am Sonntag", 13. 06. 2006

Der Schriftsteller, Psychologe und Bürgerrechtler Jürgen Fuchs meinte in den 90er Jahren: Rechte hätten Probleme mit rechten Diktaturen, Linke hätten eben welche mit linken Diktaturen.
Ein anderer DDR-Linker, Wolf Biermann, stellte fest: Schlußstriche unter zeitgeschichtliche Aufarbeitung forderten immer genau die Leute, die damit noch nie richtig angefangen hätten.

Muß man angesichts der heutigen Debatte noch mehr sagen? Oder macht es wirklich einen Unterschied, ob man statt "Schlußstrich" von "Paradigmenwechsel", "Akzentverschiebung" oder eben "Neuorientierung auf die Alltagswirklichkeit" redet?
Die Mitläufer und -täter, die ja alle noch unter uns sind, verstehen schon richtig. Da kommt Freude auf.

Siegfried Reiprich, Bürgerbüro Berlin e. V.,
Verein zur Aufarbeitung der Folgeschäden der SED-Diktatur
Vorstand